Impuls-Seminare Paradigmenwechsel

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„Neue Zeiten – neues Wissen“. Der rasante Wandel in unserer Zeit erfasst jeden Menschen in seinem Weltbild und in seinem Alltag. Die Wissenschaft spricht vom Paradigmenwechsel. Die Impuls-Seminare von Dr. Rüdiger Müller fördern das Wissen um diese aktuellen Revolutionen in der Bewusstseinsforschung, der Theologie und den Lebenswissenschaften. Auf dieser Basis kann die eigene Intuition ihre schöpferische Kraft, Orientierung und Sinnstiftung entfalten. Wissen und Intuition bilden so eine erfahrbare Einheit.

Dürckheims Schatten in dunklen Zeiten (1933 – 1945)

Wenn die Schattenseiten eines großen Lehrers offenbar werden, gibt es unterschiedliche Reaktionen. Sie reichen von empörter Verurteilung und radikaler Ablehnung bis zur Verleugnung und Verdrängung un - bestreitbarer Tatsachen. Mancher kann nur schwer eine realistische Wahrnehmung der verehrten Idealfigur ertragen.

Die Veröffentlichung des Soziologen Hans-Joachim Bieber von 2014 „SS und Samurai. Deutsch-japanische Kulturbeziehungen 1933 bis 1945“ behandelt ausführlich die Rolle Dürckheims in der fraglichen Zeit in Japan. Sie belegt sein vehementes Sendungsbewusstsein und seine überzeugte Propagandatätigkeit für das Nazi-Regime. Wie passt dies mit Dürckheims Persönlichkeit als charismatischer Meditationslehrer, Buchautor und Mitbegründer der „Initiatischen Therapie“ in Todtmoos-Rütte zusammen?

Er gilt als glaubwürdiger Brückenbauer und Pionier zwischen der rationalistischen, materialistischen Welt und der Welt der Transzendenz. Zusammen mit Pater Lassalle zählt er zu den Übermittlern des Zens nach Europa.

Die von ihm initiierte Personale Leibarbeit wird heutzutage in vielen Begegnungszentren und Bildungshäusern angeboten. Initiatisches Gedankengut prägt letztlich auch viele Zentren im In- und Ausland, so auch den Benediktshof. Insofern erschüttert die Kenntnis über seine verborgene Seite in seiner ersten Lebenshälfte viele Schüler und Mitarbeiter, zumal er sich selbst ausweichend über diese Epoche geäußert hat.

Im Seminar verfolge ich Dürckheims Entwicklungsetappen und Motivationen in dieser dunklen Zeit. Dies auf der Basis zeitgeschichtlicher Erläuterungen von C.G. Jung und Erich Neumann über die Macht der Symbole, den Schatten der Ganzheit, das Wesen der Geistbesessenheit usw.

Deutlich wird, wie Dürckheim in seinen frühen Schriften seine Nazi-Vergangenheit verdrängte und seine persönlichen Fehlhaltungen auf eine metaphysische Ebene zu heben versuchte. Es geht mir nicht um eine Verurteilung, sondern darum, die Facetten und Widersprüchlichkeiten in seiner Person zu verstehen, die seine Entscheidung an den wichtigen Weggabelungen seines Weges aufhellen könnten.

Zu diskutieren sein wird das grundlegende Thema der Schatten spiritueller Lehrer, das sich bis zur „spirituellen Tyrannei“ erstrecken kann. Parallelen zur heutigen Zeit sind wichtig, in der viele Menschen orientierungs- und bindungslos sind und sich von vereinfachenden Blendern und deren Weltbilder faszinieren lassen.

 

Samstag, 28.10.17, 10–18 Uhr
Kursgebühr: 90 EUR
Leitung: Dr. Rüdiger Müller

Für diesen Kurs bitten wir um eine Anmeldung bis zum 15.10.17

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