Entstehung

Auf den Benediktshof zu kommen, heißt, in die Stille und die Natur zu kommen. Umgeben von der Landschaft der Emsauen, bezogen wir im Mai 1997 in Münster-Handorf einen aufgelassenen westfälischen Bauernhof. Dessen Gebäude und Gärten entwickeln wir seitdem inhaltlich wie baulich zu einer christlichen Begegnungs- und Meditationsstätte. Unterstützt von vielen Freiwilligen sowie umsichtigen Architekten und Denkmalschützern hat sich der Hof im Laufe der Jahre verändert. Geblieben sind die Energie und die Atmosphäre eines Ortes, von dem aus Menschen gestärkt nach Hause zurückkehren.

Die Ursprünge des Benediktshofs liegen in der Benediktinerabtei Gerleve. Von dort aus begannen Pater Ludolf Hüsing OSB und Christoph Gerling Ende der 1980er-Jahre, die von ihnen praktizierte seelsorgerisch-spirituelle Wegbegleitung über das Kloster hinauszutragen. Für einige Jahre fanden sie in Münster ihr Domizil, dann begann das „Projekt Benediktshof“. Schnell fand sich dort eine Gruppe von Menschen zusammen, die bis heute auf dem Hof lebt, arbeitet und seine Entwicklung voranbringt.

Gründer, Bewohner und Träger

Bewohnt und getragen wird der Benediktshof von einer christlichen Gemeinschaft, die der Gerlever Benediktinerpater Ludolf Hüsing (gest. 2018) und Christoph Gerling 1986 gründeten. Unsere MitarbeiterInnen sind geschult in der christlich-initiatischen Wegbegleitung. Sie begleiten unsere Gäste spirituell-therapeutisch in Einzelstunden und in der Gruppenarbeit. Träger des Benediktshofs ist der eingetragene und gemeinnützige Verein "Benediktshof - Christliche Meditations- und Begegnungsstätte e.V." Unterstützt wird er durch den Förderverein  Benediktshofkreis e.V.

Die Ursprünge der initiatischen Therapie

Mit der Initiatischen Therapie entwickelten Prof. Dr. Karlfried Graf Dürckheim und Dr. Maria Hippius-Gräfin Dürckheim Anfang der 1950er-Jahre unter Einbeziehung der tiefenpsychologischen Grundlagen von C. G. Jung und E. Neumann eine Seelenheilkunde, die Menschen mit existenziellen Fragen begleitete, unterstützte und für einen Neuanfang stärkte. Karlfried Graf Dürkheim ging dabei vom doppelten Ursprung des Menschen aus. Er unterschied das „Welt-Ich“ und das „Wesen“ bzw. den „göttlichen Kern“, in dem jeder Mensch Teil hat am überweltlichen Sein: der göttlichen Quelle oder dem inneren Christus. Das Welt-Ich mit dem Wesen zueinander zu führen, ist das Ziel der initiatischen Therapie. Dürckheim selbst nannte es, das „Tor zum innersten Geheimnis öffnen“ – damit Lebensmuster in Bewegung geraten, ein tiefes Ja zum eigenen Leben Raum gewinnt und sich dadurch ein neuer Anfang erschließt.

Die neue Scheune

Die alte Scheune war bis 2011 in einem unrenovierten Zustand. Dann begannen Architekten zu planen und die Weggemeinschaft startete das Fundraising – mit dem Ergebnis, dass sich der gesamte Umbau durch Spenden realisieren ließ. Der Denkmalschutz verlangte, das historische Äußere des Gebäudes zu belassen, das Innere gestalteten die Architekten vollkommen neu. Entstanden sind dort Meditationsräume, ein großer Seminarraum, ein Raum der Stille, die Zimmer für unsere Kursgäste, eine Küche und das Büro. Allesamt hell, offen und klar mit den vorherrschenden Materialien Holz und Beton.